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Veranstaltungen

Öffentliches Symposium Mittwoch 4.3.2015 18:00 im Auditorium maximum

Psychische Gesundheit, Arbeit und Gesellschaft

Die Arbeitsunfähigkeitszeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben sich in den letzten fünfzehn Jahren mehr als verdoppelt. Und auch bei den Rentenzugängen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nehmen diese Erkrankungen eine zahlenmäßig führende Rolle ein. Vor diesem Hintergrund wird der Zusammenhang zwischen der psychischen Gesundheit und den Arbeitsbedingungen in der Öffentlichkeit wie in den Betrieben und Organisationen breit diskutiert. Dabei wird oftmals argumentiert, dass heute insbesondere die psychosozialen Belastungsfaktoren (Leistungsverdichtung durch Arbeitsintensivierung, Multitasking, die Kommunikationsstrukturen sowie das Führungsverhalten etc.) ein besonderes Risiko für die (seelische) Gesundheit aber auch die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten darstellen würden. Aufgrund der wachsenden Sensibilität für diese Themen implementieren Unternehmen und Organisationen zunehmend Maßnahmen des Gesundheitsmanagements, die auch die Prävention von psychischen Belastungsfaktoren umfassen. Auf der politischen Ebene wird diese Thematik ebenfalls ernst genommen, was sich zum Beispiel in einer gemeinsamen Erklärung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, dem Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zum Thema “Psychische Gesundheit und Arbeit“ abbildet. Die Gewerkschaften fordern darüber hinaus die Einführung einer Anti-Stressverordnung für die Arbeitswelt. Die Frage, ob Arbeit die Entstehung psychischer Erkrankungen fördert, ist jedoch differenziert und “kritisch“ zu diskutieren und sollte nicht zu schnell verallgemeinernd bejaht werden. Denn erwerbslose und insbesondere langzeitarbeitslose Menschen haben ein erheblich größeres Risiko sowohl körperlich als auch psychisch zu erkranken als Erwerbstätige. Zudem ist zu fragen, inwieweit wir heute nicht zu schnell vom Vorliegen von psychischen Erkrankungen sprechen, da sich die gesellschaftliche Sensibilität für seelische Vorgänge, unser Befinden und Verhalten deutlich erhöht hat. Wir zeigen eine größere Bereitschaft über unser Erleben – und auch über belastende Gefühle – zu sprechen und die Ärzte weisen eine größere Bereitschaft dahingehend auf, das Vorliegen von psychischen Störungen zu diagnostizieren. Diese Themen sollen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in zwei Vorträgen aufgegriffen werden und kritisch reflektiert werden. Wir laden die Öffentlichkeit sowie Vertreter aus der Politik, von Verbänden und Organisationen ein, mit uns diese Fragen zu diskutieren. 


Deutscher Psychosomatik Kongress

Psycho - Somatik
Dialog statt Dualismus
23.-28.03.2015, Berlin