Therapiemöglichkeiten von Demenzerkrankungen

Auch wenn die Therapiemöglichkeiten von Demenzerkrankungen zurzeit noch sehr begrenzt sind, so wächst das Wissen auf diesem Themengebiet doch stetig. Neben der Standardtherapie können unseren Patienten auf Wunsch im Rahmen von Studien nicht medikamentöse Behandlungsformen sowie neu entwickelte bzw. in der Entwicklung stehende Arzneimittel angeboten werden. Jeder Patient erhält abhängig vom Stadium und der Ursache seiner Gedächtniserkrankung eine individuelle Beratung zur Therapie und möglicher Studienteilnahme.

Nicht medikamentöse Behandlungsformen:

Nicht medikamentöse Behandlungen können dazu beitragen, die Zufriedenheit und Alltagsfertigkeiten des Patienten aber auch der Angehörigen an die erkrankungsbedingten Lebensumstände zu verbessern. Langfristige Ziele dabei sind, bestehende Fähigkeiten und Fertigkeiten zu bewahren und zu stärken sowie den Umgang mit dem nachlassenden Leistungsvermögen zu erleichtern und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Medikamentöse Behandlungsformen:

Die aktuell zugelassenen Medikamente können den Verlauf der Gedächtnisstörung z.B. der Alzheimer Krankheit nachgewiesenermaßen hinauszögern. Es gibt jedoch unter den verfügbaren Medikamenten keine Substanz, die den typischen Nervenzellabbau einer neurodegenerativen Erkrankung aufhalten kann. Neben der Behandlung der Minderung der geistigen Leistungsfähigkeit spielen bei Demenzen auch häufig für die Umwelt problematische Verhaltensweisen wie Unruhe, wirklichkeitsfremde Überzeugungen, Sinnestäuschungen und/ oder Schlafstörungen eine wichtige Rolle. Sollten nicht-medikamentöse Ansätze keine ausreichende Wirkung entfalten, kann der Arzt in unserer Sprechstunde auch auf medikamentöse Therapieformen zurückgreifen. Die Therapieempfehlung erfolgt immer individuell auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt.

Das therapeutische Angebot umfasst neben der medikamentösen Behandlung entsprechend der S3 Leitlinien Demenzen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) auch das Angebot zur Teilnahme an pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Studien für Patienten mit leichter kognitiver Störung sowie Patienten mit Demenz bei Alzheimer Krankheit.

Studien:

DeSo-App-AD - Methodenstudie zur Entwicklung einer Softwareanwendung zur Sprachanalyse

Die bekanntesten Symptome der Alzheimer Erkrankung sind Störungen der Merkfähigkeit und Gedächtnisverlust (sog. kognitive Einschränkungen). Es gibt aber auch sehr frühe Zeichen, die auf diese Erkrankung hindeuten können. Dazu gehören bestimmte Sprachmuster und Einschränkungen im Sprachgebrauch, die für die Alzheimer Erkrankung hinweisend sind.

In dieser Studie soll geprüft werden, ob durch eine computergestütze Sprachuntersuchung die Entdeckung der Alzheimer-Krankheit möglich ist

 

EU201

Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebo kontrollierte Studie der Phase 2 in parallelen Gruppen zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von T-817MA bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichtgradiger Demenz bei Alzheimer-Krankheit.

Mit der EU201-Studie soll die Sicherheit, Verträglichkeit und mögliche Wirksamkeit von Mehrfachdosen des neuen Medikaments T-817MA im Vergleich zu Placebo (Tabletten ohne Wirkstoff) getestet werden. Mögliche Teilnehmer müssen eine leichte kognitive Beeinträchtigung oder eine leichtgradige Demenz bei Alzheimer-Krankheit aufweisen. Sie dürfen bereits vorbehandelt sein. Das Mindestalter für eine Studienteilnahme beträgt 50 Jahre.